Solidus

Geschichte begreifen II / 2019

Vierteltaler 1617 auf das Christfest

1617 / Dresden
König Salomon und seine Mutter
Gestütze, betende Hände, darüber "Jehova"

Unter der Herrschaft des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. (1615 - 1656) ließ dessen Mutter Sophia von Brandenburg Weihnachten 1616 zu Ehren ihres Sohnes Goldmünzen prägen, die sogenannten Sophiendukaten. Die gottesfürchtige Mutter brachte auf diese Weise die Freude über ihre frommen und wohlerzogenen Kinder zum Ausdruck. „WOL DEM DER FREUD AN SEIN KINDERN ERLEBT“ war auf dem Avers zu lesen.

Der berührte und dankbare Kurfürst ließ zur Weihnacht des folgenden Jahres 1617 eine ganze Münzserie mit verschiedenen Nominalen prägen, um seiner Mutter die ihm zuteilgewordene Ehrung gleich in vielfacher Weise zu erwidern.

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Ein Vorderseitentyp zeigt den Kurfürsten im antikisierenden Harnisch vor seiner Mutter. Ein weiterer, gleichartig gestalteter und hier abgebildeter Typ zeigt König Salomon vor seiner Mutter, als er dieser einen Thron zu seiner Rechten bereitstellen ließ (1. Könige 2, 19). „VT SALOMON SIC EGO MATREM“ lautet die zugehörige Legende. Wie Salomon wollte auch er seiner Mutter Ehrerbietung beweisen.

 

Die Sophiendukaten wurden mit leicht veränderter Legende („KIND“ statt „KINDERN“) u. a. als Patengeschenke bis in das 19. Jh. nachgeprägt und besonders gerne zum Weihnachtsfest als kostbare Gaben überreicht.

 

Aus Premium-Auktion 50 (Sachsen) von Solidus, Los 29

 

28 mm. 7,23 g

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